Gemeindekennziffer: 61259

GebäudeKläranlage

  • Errichtet
    1990
  • |
  • Adresse
    Richard-Steinhuber-Straße 26

Im Zuge der Erweiterung der Kanalisation im Jahr 1974 musste die Stadtgemeinde für die wasserrechtlichen Bewilligung den Nachweis über den Besitz eines Grundstückes, auf dem die zukünftige Biologische Kläranlage errichtet werden kann, erbringen. So wurde im Jahre 1975 von den Familien Gschwandtner und Sulzbacher ein Grundstück angekauft. Das erste Vorprojekt lag im Jahr 1984 auf. Aufgrund der ungünstigen Bodenbeschaffenheit wurde kurzfristig ein anderes Grundstück in Erwägung gezogen.

Der Gemeinderat hat jedoch in seiner Sitzung vom 15.10.1985 aufgrund des Gutachtens des Herrn DI Kauderer beschlossen, die Kläranlage am jetzigen Standort zu errichten. Die Bauleitung und Statik erfolgte vom Zivilingenieurbüro DI Fritz aus Stainach. Das ursprüngliche Projekt musste durch Anpassungen an den aktuellen Stand der Technik mehrmals überarbeitet werden. Mit der Gemeinde Weißenbach bei Liezen, der Maschinenfabrik Liezen sowie der Müllhygienisierungsanlage Liezen, deren Abwässer allesamt in der neu zu errichtenden Biologischen Kläranlage entsorgt werden sollten, wurde ein gemeinsames Abwasserreinigungsprojekt erstellt.

Durch die Planänderungen erfolgte eine massive Kostensteigerung, die den damaligen Bürgermeister Rudolf Kaltenböck veranlasste, den Landesrechnungshof die Kostensteigerungen prüfen zu lassen. Dieser kam zum Schluss, dass die Vorgangsweise der Stadtgemeinde ordnungsgemäß war.

Im Juli 1987 wurde mit den Bauarbeiten begonnen und im Dezember 1989 konnte der Probebetrieb aufgenommen werden. Bereits nach kurzer Zeit konnte eine Reinigungsleistung von 90% erzielt werden. Die Gesamtbaukosten betrugen ATS 73 Mio. (ca. EUR 5,3 Mio.) und stellte bis zu diesem Zeitpunkt das größte Einzelbauwerk der Stadtgemeinde Liezen dar.

Die Kläranlage ist auf 18.000 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Die feierliche Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür erfolgte am 21.09.1990. Die Kläranlage wurde in den Jahren 2006 und 2007 mit einer modernen Steuerungsanlage an den neuesten Stand der Technik angepasst.

Im Jahr 2008 wurde von der Firma Lackner Energietechnik GmbH ein Blockkraftheizwerk zur Nutzung der Klärgase für die Gewinnung von Strom und Abwärme errichtet.


Quelle: Akte des Stadtamtes, Rede des Bürgermeisters Rudolf Kaltenböck anlässlich der Eröffnung
Verfasser: Mag. Helmut Kollau, März 2008
Letzte Überarbeitung: 26.02.2026
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